Schule, Schule

Der Tag, an dem wir beschlossen, "Zeugniss, oder besser gesagt, Ferien  zu Feiern"

Jedes Kind, braucht seine Zeit

Diesen Satz hört man oft,meist aber nur,  wenn die Kinder klein sind.

Erst neulich beim Kinderarzt hörte ich , wie im Nebenraum die Kinderärztin auf die Frage "Wann soll sich denn der kleine auf den Bauch drehen." antwortete, " Dann, wenn der kleine Mann, dies selbst beschliest, die Spannweite ist groß und er hat noch genügend  Zeit dazu, stressen sie sich nicht."

So haben wir dies bei unseren Kindern immer gehandhabt, die Kinder druften sich in ihrer körperlichen Entwicklung völlig frei entwickeln. Wir haben sie nicht auf den Bauch gelegt, nicht hingesetzt und auch nicht mit ihnen gehen "trainiert, wenn sie ein Jahr waren. Nein die Kinder erlenten dies alles,  selbst und jedes zu seiner Zeit. Das Bild, unser "Big Picture" zeigt Josh, diesen Freitag, Zeugnisstag, bei seinen erste Schritten, zufällig festgehalten,auf der Faschingsfeier  meiner Eltern-kind Gruppe ,als er sich langsam an mich heran handelte und plötzlich auslies und zwei freie Schritte zu mir machte . Ein Moment,  der mir selbst beim Sechsten noch das Herz höher springen lässt vor Freude. Bei ihm hat sich eine Synapse gebildet, und es ist spannend zu sehen, wie es seit her  kein Halten mehr für ihn gibt, getrieben von einer inneren Kraft, muss und will er ständig das Laufen trainieren. Wir sind gespannt wann der Tag sein wird, an dem er loslässt und wirkllich  in die Welt losstapft.

 

 

Hallo Schule,ich hab mich, dich anders vorgestellt.

Was hat, das mit Schule zu tun?

Viel, denn mit sechs Jahren ist es vorbei mit der freibestimmten Entwicklung. Die Kinder müssen lernen ob es nun ihren inneren Lernplan entspricht oder nicht.  Es steht im Lehrplan also wird nun dies hineingetrichtert. Oft kein Problem bei den Kindern, manchmal aber schon und dann wirds schwierig.

Hallo, Schulsystem wir kommen,  ab nun wird am Kind gezogen, bis es dort ist wo wir es gerne hätten, dass kann ,was wir uns vorstellen, was es können sollte.

Drei unserer sechs Kinder besuchen nun die Schule, die nächste folgt im Herbst und während sie schon vor freude hüpft und Schultaschen träume träumt, wünsche ich ihr noch mehr unbeschwerte Tage.

So unterschiedlich unsere Kinder sich in den ersten sechs Jahren ihres Lebens frei  entwickeln durften, so merkten wir, dass ab der 1 Klasse, plötzlich damit Schluss war. Dafür blieb kein Raum, kein Platz, keine Zeit. Zu sehr tickte ständig die Uhr im Hintergrund. Ein ständiges schauen nach Schwächen, um diese möglichst früh zu beheben oder wenigstens zu minimieren. Ich frage mich manchmal , wäre Joshs "nicht gehen"  mit einem Jahr nicht auch eine Schwäche? Und doch lernt er es ohne , dass wir an ihm ziehen. Früher trainierte man  mit den Kindern ab 11 Monaten, damit die Kinder ja in ihr zweites Jahr hineinstapften und nicht krabbelten.

Bei Kleinkindern ist die Ruhe schon angekommen. Oder kommt langsam an.

Die Ruhe die wir mit  unseren Kindern im Kleinkindalter hatten, konnten wir nur schwer in der Schule behalten.

Nein, wir verlieren  sie auch nur allzu oft.

Dann fangen auch wir an , an ihnen zu ziehen , zu fordern, zu fördern, und sehen Züge abfahren , die niemals eine Abfahrtszeit haben sollten oder haben. Sehen die Schwächen wie Berge und die Stärken fallen uns plötzlich gar nicht mehr ein.

Aber so ist es nun mal.Elternsein, das Beste für sein Kind wollen. Und doch genau, das Gegenteil ihm geben.

Ein Lehrerehepaar, meinte bei einer Diskusion über Schule und Druck von Zuhause zu uns , im Bezug auf ihre eigenen bereits erwachsenen Kinder:  "Die Fehler die wir bei unseren eigenen Kindern gemacht haben, in Bezug auf Schule, Lernen , und Fördern, hoffen wir, dass sie, sie uns diese  einmal  vergeben können.  Das hat mich tief berührt.

Ja Schule schlägt im Familienalltag manchmal tiefe Wunden.

Und so hat es mich auch tief berührt als meine Kinder, als es dieses Jahr zum Zeugnis hin ging, immer geknickter wurden,. Unser Sohn hatte gar das Gefühl ein völliger Versager zu sein. Ständig sprach er von "Schwächen da" Schwächen dort"  "aber ich bin doch".

Ich war auf das Zeugniss gespannt. Alle drei waren eigentlich wenig begeistert, mit den ihnen angekündigten Noten.Und deshalb sehr verhalten, wenn es um den Zeugnisstag ging.

Obwohl wir eigentlich, die Zeugnisse, kaum betrachten, noch würdigen, noch Kommentare über sie ablassen, noch müssten sich unsere Kinder fürchten.

Wir räumen dem Zeugnis wenig Platz ein. Viellmehr den Kunstwerken oder Taten die unsere Kinder neben der Schule ,entstehen lassen und  tun.

 

Wir feiern heut ein Fest

.So beschloss ich am Freitag auf dem Weg nachhause, nachdem unser Jüngster gerade seine ersten Schritte tat, dieses Jahr, ein Fest aus dem Zeugniss, zu machen. Sei es, so wie es ist, falls es wirklich so schlecht sei, dann mit Galgen Humor eben.   Ich bog beim nachhause Weg, von der Eltern Kind Runde ab, besorgte kleine Geschenke und statt wenig beliebter Zucchinisoße zum Mittagessen, schwenkte ich auf beliebte Spaghetti um . Zuhause deckte ich den Tisch festlich und erwartete die Kinder.

Die staunten nicht schlecht.  Waren etwas irritiert und fragten  nach, was es denn zu feiern gäbe. "Wir feiern heute, dass endlich Ferien sind, die wir uns , wie ich finde reichlich verdient haben."

Ein Lächeln kam einem nach dem anderen übers Gesicht.

Und bereits am Nachmittag spielten alle Tiefenentspannt in ihren Zimmern. Bastelten, werkelten, lasen, tüftelten,.

Aus Schulkinder wurden wieder Kinder, Freie Kinder. Ich liebe Ferien. :-)

 

Ps: Zu den Zeugnissen sei gesagt. Wir waren doch , sehr überrascht. Unser Sohn, der angeblich, so schlecht sei (es sei gesagt : weder die Lehrerin, noch wir meinten dies zu ihm), auch mit dem denken, er hätte ein schlechtes Zeugnis nachhause kam, hatte z.b bis auf eine Note alles sehr gut im Zeugnis und die andere Tochter ,hatte auch ein gutes Zeugnis, mit dem man zufrieden sein kann und damit gut ,im neuen Schuljahr arbeiten kann.

Ja wir wollen uns bemühen im neuen Jahr  nicht zu ziehen, sondern Zeit zum wachsen zu geben, und die Stärken nicht vergessen,  auch und gerade  bei unseren Schulkindern .

Im Wissen wie schwer es im Alltag oft ist. :-)

 

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Mama von fünf (Montag, 20 Februar 2017 09:28)

    Ja genau das ist auch bei uns ein Problem gewesen als meine zwei ältesten (Zwillinge) in die Schule gekommen sind konnte der eine schon lesen hatte aber mit Zahlen wenig am Hut und der andere könnte fast das ganze kleine 1×1 dafür aber nicht mal das Alphabet und das alles ohne das wir sie in irgend einer Weise dazu gebracht haben. Nach dem ersten Schulhalbjahr sind sie dann auf eine Montessori Schule gegangen da sind immer drei Jahrgängen in einer Klasse und so kann jedes Kind entscheiden wann es was lernen will. Vielleicht ist das ja auch was für euch. Wenn es bei euch eine Montessori Schule gibt würde ich dir empfehlen sie mal anzuschauen.

    LG Pia

  • #2

    Silke (Montag, 20 Februar 2017 11:14)

    Ich werde nie vergessen, als ich eine erste Klasse (Volksschule) hatte und zum 1. Elternsprechtag im Dezember mehrere Eltern auf mich zukamen und entsetzt meinten:"Mein Kind rechnet noch mit den Fingern!"
    Ich gab jeden die gleiche Antwort :" Ja, und? Wenn es die Finger nicht mehr braucht, lässt es sie von selber weg!"

  • #3

    Katrin (Dienstag, 04 April 2017 07:30)

    Ganz toll geschrieben.viel zu oft vergessen wir, was für ein Stress schon die kleinen Menschen haben. manches mal wird doch gezogen und angetrieben und und und. Lassen wir sie Kinder sein.die Welt ist schnell genug und schnell genug geht die Kindheit vorbei.......und sie kommt nie wieder.